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Die „Juristische Gesellschaft Mittelfranken zu Nürnberg e.V.“ wurde am 08.07.1988 in Nürnberg gegründet. In einer Presseverlautbarung vom 04.10.1988 wurde als Grund dafür unter anderem die immer weiter fortschreitende Spezialisierung auf Teilbereiche der juristischen Ausbildung verbunden mit der Gefahr genannt, den Überblick über die generellen Grundlinien unseres Rechts zu verlieren. Die „Einheit der Rechtsordnung“ werde so mehr und mehr zur Wunschvorstellung. Die Gründung der Juristischen Gesellschaft habe daher zum Ziel, rechtliche Fragen aus allen Lebensbereichen im Kreis der in Mittelfranken tätigen Juristen aus sämtlichen Berufszweigen wissenschaftlich zu behandeln und ein Forum für den interdisziplinären juristischen Gedankenaustausch zu bilden. Durch Vorträge herausragender Wissenschaftler und Praktiker sollten die Entwicklungen auf den verschiedensten Rechtsgebieten dargestellt und Anregungen vermittelt werden. Allen betroffenen Juristen sollte dadurch die Gelegenheit gegeben werden, ihre Kenntnisse über den täglichen Berufshorizont hinaus zu erweitern und in Diskussionen und Gesprächen Erfahrungen auszutauschen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten seinerzeit – neben anderen nicht weniger bedeutsamen Persönlichkeiten – der damalige Präsident des Oberlandesgerichts Nürnberg Wolfgang Schaffer (zugleich auch Initiator der Gründung), der Leitende Oberstaats-anwalt und spätere Generalstaatsanwalt in Nürnberg Prof. Dr. Heinz Stöckel, der Präsident der Rechtsanwaltskammer Nürnberg Herbert Härlein, der Notar in Nürnberg Horst-Peter Regler sowie Prof. Dr. Wolfgang Blomeyer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg neben weiteren Lehrstuhlinhabern dieser Alma Mater. Zum ersten Vorsitzenden der Gesellschaft wurde in der Gründungsversammlung am 08.07.1988 Wolfgang Schaffer gewählt, der dieses Amt bis 1997 inne hatte. Ihm folgte Prof. Dr. Blomeyer, der im Jahr 2002 leider überraschend verstarb. Seine Nachfolge trat Herr Prof. Dr. Stöckel an, der die Geschicke der Gesellschaft bis zu seinem ebenfalls völlig überraschenden Tod im Jahr 2015 mit großem Einsatz und großer Umsicht lenkte. Seit 2015 wird die Gesellschaft vom Präsidenten des Landgerichts Ansbach Dr. Gerhard Karl geführt.

An die Öffentlichkeit trat die Gesellschaft am 24.11.1988 im Rahmen einer aus Anlass der Gründung durchgeführten Festveranstaltung in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Nürnberg. Den Festvortrag hielt der damalige Präsident des Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Walter Odersky zum Thema „Strafrechtliche Entwicklungen in der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts“.

In den folgenden Jahren wuchs und gedieh die Gesellschaft und hatte zeitweise über 400 Mitglieder (derzeit sind es rund 330 Mitglieder). Es wurden jährlich zwei bis drei Vortragsveranstaltungen durchgeführt, wobei sich die beeindruckende Liste der Vortragenden bei diesen Veranstaltungen durchaus wie der „Who is Who“ der Juristerei in Deutschland liest. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien beispielhaft folgende Namen erwähnt: Prof. Dr. Paul Kirchhof, seinerzeit Richter am Bundesverfassungs-gericht; Dr. Karl-Otto Lenz, zu dieser Zeit Generalstaatsanwalt am Gerichtshof der Europäischen Union; Prof. Dr. Horst Sendler, vormals Präsident des Bundesverwal-tungsgerichts; Prof. Dr. Heinrich Reiter, vormals Präsident des Bundessozialgerichts; Frau Prof. Dr. Jutta Limbach, seinerzeit Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts; Karlmann Geiß, damals Präsident des Bundesgerichtshofs; Carla del Ponte, zu dieser Zeit Chefanklägerin beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag; Frau Hildegund Holzheid, damals Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und zugleich des OLG München; ihr späterer Nachfolger im Amt Dr. Karl Gruber; Kay Nehm, seinerzeit Generalbundesanwalt; Prof. Dr. Günter Hirsch, früher Präsident des Bundesgerichtshofs; Dr. Manfred Schmidt, bis 2015 Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge; Harald Range, Generalbundesanwalt usw. usw.

Vor diesem Hintergrund kann man mit Fug und Recht feststellen, dass sich die eingangs geschilderten Intentionen und Hoffnungen der Gründer der Gesellschaft durchaus erfüllt haben, was auch der gute bis sehr gute Zuspruch anlässlich der Veranstaltungen belegt. Die Gesellschaft ist auch nach dieser Zeit auf einem guten Weg.

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